Lauftreff TV Ottweiler

6. Rügen Marathon Stralsund PDF Drucken E-Mail
Lisa Butz         
Marathon 42,195 km     
3:53:29      
1.AK / 5.Frau gesamt

 

Rügenmarathon???? Von der Insel Rügen hab ich nicht viel gesehen, denn ich musste ständig auf den Boden vor mir schauen. Aber beginnen wir doch am Anfang.

 

3000 Nennungen (für Marathon, HM, 12-km-Lauf, 6-km-Lauf und Walking), doch das Feld der Marathonis war äußerst überschaubar (was auch meine Platzierung erklärt.....). 130 Genannte, aber es kamen glaube ich nicht mal so viele ins Ziel.


Gestärkt durch die Pastaparty am Vorabend (es gab Nudeln mit Tomatensoße und Formfleisch, Nudeln mit Tomatensoße und Formfleisch oder auch Nudeln mit Tomatensoße und Formfleisch zur Auswahl. Und Bier. Verschiedene Sorten!) im leidlich geheizten Zelt ging es in Stralsund am Hafen samstags um 9 Uhr 30 bei satten 5 Grad Celsius und mäßigem Wind an den Start. Pelzjacke und Stiefel, dringend gebraucht, konnte man vorher noch abgeben.


Nach einem tollen Kopfsteinpflaster- Lauf durch die Altstadt (sehenswerte Backsteingotik) ging es hinaus – und hinauf auf- die knapp 3000 Meter lange Rügen-Hochbrücke, die bei schönem Wetter einen herrlichen Ausblick auf die Ostsee, die Silhouette von Stralsund und die Insel Rügen geboten hätte..... und da, auf den ersten Metern von Rügen.....endete die Marathonstrecke....und der Trail (allerdings mit ohne Höhenmeter) begann.


Asphalt gab es von da an nicht mehr. Stattdessen Schotter (im besten Fall), holprige Gehwege, Plattenwege aus DDR-Zeiten, die schon bessere selbige gesehen hatten und landwirtschaftliche Wege, bestehend aus zwei Fahrspuren mit Gras dazwischen, als Gimmick obenauf auch schon mal ein LKW der auf dem Pfad entgegenkam;-).

Ganz so hatte ich mir das nicht vorgestellt, aber wir sind im dicht besiedelten Saarland ja auch von Asphaltstrecken verwöhnt.

Trotzdem (außerdem war die Streckenbeschreibung ja gaanz leicht übertrieben) ein wunderschöner Lauf mit einer Hochbrücke über die Ostsee als Highlight, viel frischem Wind und einem tollen Panorama am Uferweg der Insel Rügen.


Es lief auch gut bei mir und endlich konnte ich einmal die Früchte des ach so anstrengenden Trainings mit dem "Ritter von der Steinbachstraße" genießen. Nach der Halbzeit auf 1:58 konnte ich gar in der zweiten Hälfte noch zulegen und kam deutlich unter dem, was ich mir vorgenommen hatte ins Ziel. Hat Spaß gemacht.


Am meisten Spaß (Betroffene mögen es mir verzeihen) bereitete der letzte Kilometer nach dem Rügendamm entlang der Hafenmole bis zum Ziel.

In diesem Bereich stießen die Marathonis mit den 12km-Walkern zusammen. Buchstäblich!

Und mehr als einmal kam es vor, dass ich eine quer über die Straße verteilte Walker-Gruppe von hinten mit einem lauten „Weg da, Platz!“ erschrecken musste, so dass sie auseinander stoben wie... ja, wie Stockenten halt. ;-)


Für den Urlaub im nächsten Jahr hab ich mir den Rostock-Nacht- Marathon vorgenommen, denn die Gegend da oben hat außer schönen Strecken noch anderes zu bieten (viel Kultur und gutes Bier..) und das nehm ich dann grad mal mit.


Tja, also Asphaltstrecken gab es da oben im Nordosten zu wenig.

Was gab es zu viel???:

Kohlköpfe...äh, nein, Kahlköpfe natürlich!

Kahlköpfe und Teilkahlköpfe in unterschiedlichster Ausprägung, mit eindeutig weder links noch geradeaus gerichteter politischer Ausrichtung, meist mehr oder minder gut bemuskelt, mehr oder minder viel tätowiert und gepierct, mit sehr friedfertigem und intelligenten Gesichtsausdruck*. Die passenden Damen, soweit vorhanden (eher weniger, da die beschriebenen Herrschaften gerne in reinen Männerhorden umherziehen) zeichneten sich zwar durch einen nicht ganz so friedfertigen aber mindestens ebenso intelligenten Ausdruck und fast soviel eingebrannten und durchgestoßenen Körperschmuck aus.

Von diesem Menschenschlag gibt es dort viel zu viele, jedenfalls für meinen Geschmack.


Aber die Marathonis, die  hatten alle noch Haare auf dem Kopf! Auch die Alten! Und liefen immer links herum...


Nun ja, die Tatsache, dass ich im nächsten Jahr dort oben wieder starten möchte zeigt ja, dass die Gegend es trotzdem wert ist.

 


Lisa


*es werfe mir bitte keiner vor, das seien Vorurteile. Selbst hinfahren und gucken. Und am besten gleich nen Marathon dabei laufen...