Lauftreff TV Ottweiler

Bald ist Frühling! Deutsche Spitzenläufer und wir .... PDF Drucken E-Mail
  

 

 

Ich gehe mal davon aus, dass das dritte Glas zu Rolf gehört, der fotografiert hat. Alexander hat auf dem Bild einen kleinen Trainingsvorsprung. Oder täuscht die Perspektive?

Jan Fitschen, ein Facebook-Freund:

Einige der besten deutschen Mittel- und Langstreckenläufer trainieren derzeit auf Langlaufskiern. laufen.de-Experte Jan Fitschen, der 2012 für seinen Marathonlauf in 2:13:10 Stunden mit dem Titel "Läufer des Jahres" ausgezeichnet wurde, meldete sich mit folgenden Zeilen zur Halbzeit des Trainingslagers aus Ramsau am Dachstein.

Läufer sind, man kann es nicht anders sagen, trainingsgeil. Sind im Mittelstreckenbereich noch vereinzelte Ausnahmen zu sehen, so lässt sich bei zunehmender Wettkampfstreckenlänge auch die zunehmende Tendenz zur Lust an masochistischen Kilometerumfängen und Laufgeschwindigkeiten erkennen.

Was aber tun, um die Intensitäten des Trainings zu steigern, ohne den Knochen zu viel zuzumuten?! Genau: Alternativtraining. Aqua-Jogging? Bäh, Wasser, nichts für den Läufer. Radfahren? Im Schneematsch verdammt unschön. Rad-Ergometer? Langweilig. Wo aber nun gerade überall Schnee liegt und so manch einer über rutschige Straßen klagt, warum nicht etwas ganz anderes probieren und auf den Langlaufbrettern durch die weiße Pracht gleiten?!

19 Trainingseinheiten in der Woche

Genau das ist es. In Ramsau am Dachstein haben sich 10 Athleten, zwei Trainer, ein Physiotherapeut und ein Arzt zusammengefunden, um die Grenzen der Belastbarkeit durch Kilometerbolzen im klassischen und Skating-Stil zu verschieben. Noch nicht ganz so elegant wie unsere Langläufer und Biathleten im TV, doch mit mindestens ebenso viel Einsatz und Begeisterung geht es zur Sache.

Nur an Ausnahmetagen zweimaliges Training, sonst stets dreimal, und ein Wochenprogramm von 19 Einheiten. Eine stolze Bilanz, die sich mit reinem Lauftraining kaum realisieren lässt. Teilt man aber alles auf Skifahren, Rad-Ergo, Krafttraining und ja, ab und zu auch Laufen auf, so ist das sogar von den mit 16 Jahren jüngsten Teilnehmern des Teams, Tina Donder und Falko Spindler, zu schaffen.

Duelle gegen die Mittelstreckler

Nur hier im Schnee wird man auch die Duelle zwischen den 800-Meter-Experten Kevin Stadler, Karl Kneist, Sören Ludolph den 1500-Meter-Spezialisten Sebastian Keiner und Carsten Schlangen, Hindernismann Marcus Schöfisch und dem Marathoni und Trainingslager-Opi Jan Fitschen „bewundern“ können.

„Nicht immer mit größter Eleganz, aber immer mit vollem Einsatz“, so kann man diese „Wettkämpfe“ beschreiben. So findet jeder eine Möglichkeit sich nach Herzenslust, wie der Läufer sagt, die Kante zu geben. Und wenn es dann doch einmal zu viel wird und sich die neue Magdalena Neuner, Denise Krebs, nach 45 Minuten Fahrt in eine Richtung plötzlich fragt, wie sie denn nun in den noch verbleibenden 15 Minuten bis zum Ende des Trainings nach Hause kommen soll, dann gibt es für sie und Tina zum Glück immer noch ein Taxi.

Heimtrainer achtet auf den Kuchenkonsum

Cheforganisator Steffen Große stellt jeden Tag aufs Neue sein Organisationstalent unter Beweis, indem er für jeden Athleten das passende Programm erstellt. Er hat stets einen motivierenden Spruch parat und fährt auch noch bei allen Einheiten seinen Athleten davon, was allerdings für diese manchmal ein wenig deprimierend ist.

Enrico Aßmus, der Heimtrainer eines Großteils der Erfurter Läufer, sorgt dafür, dass nicht zu viel Kuchen gegessen wird und Dank der vielseitigen Belastungen steht auch Physiotherapeut André Kirschner nicht unter Dauerstress. Kommt es doch einmal zu einem Zusammenstoß in der Loipe ist dann der Arzt Tom Schleich zur Stelle und bringt alle schnell wieder in die richtige Spur.

Zur Halbzeit sind alle top in Schuss, freuen sich auf weitere Highlights wie eine Schneeschuhwanderung und eine professionelle Beratung durch die Experten des Skiherstellers Atomic, der in direkter Nähe produziert, und gönnen sich am Sonntag… genau: einen Tag mit nur zwei Trainingseinheiten.