Lauftreff TV Ottweiler

Grandiose Leistung unserer Pacemaker Alexander und Achim beim 8. Freiburger Marathon am 03.04.2011 PDF Drucken E-Mail
  

Wahrlich! Es war eine Hitzeschlacht  bei 27 Grad im Schatten von Anfang an. „Unter solchen Umständen bin ich noch nie Marathon gelaufen“, sagte Achim nach dem Lauf im Auto auf der Rückreise nach Ottweiler. „Die Beine gingen mir schon bei Km 25 zu. Ich war alle“. Und es begann doch alles wie gewohnt.

Bilder von Elfi hier

Anreise am Tag zuvor. Die Freiburger Innenstadt präsentierte sich bei sommerlichen Temperaturen von ihrer besten Seite. „Morgen um die Zeit laufen wir“, bemerkte Alexander. „Dann wird es bestimmt genau so heiß“. Am Nachmittag machten wir die Bekanntschaft von Heiko, der ebenfalls Pacemaker beim Marathon ist. Dieser Typ ist ein richtiges Unikum mit Ideen und Vorschlägen, die während des Laufens alle in die Realität umgesetzt werden sollten. Das war doch schon alles sehr sehr merkwürdig, was er zusammen mit Achim und den Mitläuferinnen und – läufern über die 42,195 km „anstellen“ wollte. Doch am nächsten Tag sollte, wie meistens, alles anders kommen.

Pünktlich um 11 Uhr wurden in zwei „Wellen“ insgesamt 11 000 „Laufverrückte“ auf die Strecke geschickt. Im Nachhinein war das viel zu spät. Denn es wurde richtig brutal auf den Straßen in Freiburg. Abgesehen vom Mittelrhein-Marathon vor einigen Jahren bei 35 Grad, habe ich noch nie so viele Abtransporte -fast ausschließlich Halbmarathonis, die entweder zu schnell angingen, zu dick angezogen waren, übergewichtig waren oder einfach nicht genug trainiert hatten – mit dem Notarzt miterlebt und gehört. Es war wirklich schlimm!!! Am kontrollierten Trinken kann es nicht gelegen haben, da, im Gegensatz zu den Marathonläufern auf der 2. Runde, genügend Getränke vorhanden waren.

Achim – für 4:00 Stunden und Alexander für 4:30 als Pacemaker - absolvierten souverän die erste Hälfte. Alles wurde Minuten genau vom mitgereisten Team Andrea, Elfi und mir von außen „überwacht“ und analysiert. Doch bereits 6 Km später , war mir beim ersten Anblick von Achim klar: „Den hat´s zwischenzeitlich voll erwischt“. Die Körpersprache lügt nicht und sagte alles. „Ich gebe mein Bestes“, versprach Achim uns und lief weiter seinem Partner-Pacemaker hinterher, der viel zu schnell lief. Zwar sah Alexander ein wenig besser aus, konnte aber den Eindruck glaubhaft vermitteln, dass er das Tempo weiterlaufen könne. Auch er musste alleine weiterlaufen, da seine Partnerin schon zur Hälfte diie "Segel strich" und  in  über 5 Stunden - Hauptsache gesund -  ins Ziel kam. Bei Km 35 signalisierte Achim, dass er das Rennen einfach nur zu Ende bringen will und wahrscheinlich die Pace nicht mehr einhalten kann. Aber was war mit Alexander? „Wenn der nicht in den nächsten 2 Minuten bei uns ist, dann wird das heute nichts mehr mit den 4:30“. Als ob er mich gehört hätte. Alexander kam um die Ecke, trank seine zweite Cola, schimpfte über die fehlenden oder leeren Gétränkestellen und über das Salzgebäck, das er vermisste und ging genau bei km 35 und der Zwischenzeit von 3:45 auf die letzten  7,195 Km. „Laufe im 6:20 Schnitt weiter und du kannst es gerade noch so schaffen“. Auch wir hatten danach nur noch 45 Minuten Zeit, um ab dem Hauptbahnhof Freiburg  wieder ans Messegelände - Start und Ziel – zu gelangen und mussten zuerst einmal zum HBH in 20 Minuten  „laufen“. Es sollte aber für uns und letztlich für Alexander reichen. Trotz eines Einbruches ab Km 37 , konnte sich Alexander auf den letzten zwei km, mit einer sagenhaften kämpferischen Leistung,  Km-durchschnittmäßig nochmals steigern und lief unter den ohrenbetäubenden Anfeuerungsrufen von mir – ich hatte beide Zeiten von Achim und Alexander mit gestoppt – auf den letzten 100m in 4:29:59 ins Ziel.

 

Achim und Alexander! Ihr habt unseren Lautreff vorbildlich in Freiburg vertreten, was auch der Veranstalter so bestätigte. Ihr seid auch vorbildich für alle diesen Lauf angegangen und habt ihn – immer euere Gesundheit im Blickfeld – zu Ende gelaufen. „Wenn ich heute anstelle von Achim der Pacemaker über 4:00 Stunden gewesen wäre, hätte ich den Lauf abgebrochen, da mir einfach in den letzten Wochen, wegen einer hartnäckigen Erkältung, die langen Läufe fehlten“, sagte Alexander beim zweiten Bier und ergänzte:"Das war heute mein bisher schwerster Marathon".  Mit seiner Aussage traf er genau den Punkt. Aber Hut ab vor diesen realistischen Einschätzungen. Und in dieser Woche ist Regeneration angesagt! Versprochen!?! Ansonsten droht wahrscheinlich ein tiefes lang anhaltendes „Loch“ im läuferischen Sinne. Im nächsten Jahr laufen wir aber wieder in Freiburg - vielleicht dann zu dritt - Achim, Alexander und ich - als Pacemaker.

HeinoM